Rumpfübungen

(Die + geben den Schwierigkeitsgrad an)

Bridging March (+)

Ausführung:
Die Arme werden nahe am Oberkörper abgelegt. Sie dienen dazu die Bewegungsgeschwindigkeit zu kontrollieren. Zunächst wird das Becken angehoben, sodass in beiden Kniegelenken ein 90° Winkel entsteht. Dann werden das rechte und das linke Bein abwechselnd langsam angehoben und gesenkt (imaginäres Marschieren). Es ist darauf zu achten, dass stets ein 90° Winkel an beiden Knien hergestellt wird. Während der Ausführung ist drauf zu achten, dass die Bauchmuskulatur möglichst gut aktiviert wird, um so den Rumpf in einer möglichst stabilen Position zu halten.

Crunch Reverse (+)

Ausführung:
In der Ausgangsposition werden die Beine angehoben, sodass im Kniegelenk ein 90° Winkel entsteht. Mit den Händen wird ein fester Griff an der Sprossenwand (o.ä.) hergestellt, sodass der Rumpf fixiert werden kann. Mit angespannter Bauchmuskulatur wird das Becken einige Zentimeter langsam und kontrolliert angehoben und in der Endposition zwei Sekunden gehalten bis es wieder langsam abgesenkt wird.
Die Übung wird etwas anspruchsvoller wenn zwischen die Ober- und Unterschenkel ein Gymnastikball geklemmt wird. So wird das Zusammenspiel der Hüftadduktoren, der Beckenbodenmuskeln und der Bauchmuskulatur geschult.
Außerdem wird mit dieser Abwandlung die Gefahr des Abfälschens der eigentlich erwünschten Bewegung (durch zu explosives Anheben des Beckens) deutlich reduziert.[1]

Rumpfextension dynamisch/ statisch (+)

Ausführung:
Die Unterlage ist so einzustellen, dass in Bauchlage der Rumpf frei beweglich ist (Unterlage etwa hüfthoch). Der Rumpf befindet sich in einer Verlängerung der Beine. Bei aktivierter Bauchmuskulatur wird der Oberkörper um ca. 30° gesenkt und wieder langsam in die Ausgangsposition gebracht. Die Ausgangsposition sollte hierbei jeweils zwei Sekunden gehalten werden. Während der Ausführung bietet es sich an die Arme vor der Brust zu verschränken. Auch ist eine statische Ausführung der Übung denkbar. Hierzu wird in der Ausgangsposition für 30 Sekunden oder mehr verharrt.
Um die Übung etwas anspruchsvoller zu gestalten kann vor der Brust eine Hantelscheibe fixiert werden oder man streckt die Arme nach vorne aus.
Durch eine Variation aus dynamischer und statischer Ausführung werden die Rumpfextensoren sehr umfassend trainiert.[2]

Seitstütz (+)


Ausführung:
In seitlicher Lage wird das Ellenbogengelenk unter der Schulter positioniert und der Körper vom Boden weggedrückt. Der gesamte Körper bildet hierbei eine Linie. Kontakt zum Boden besteht lediglich mit dem Unterarm und der Außenkante des unteren Fußes. Der höhere Fuß wird auf dem unteren abgelegt.
Um die Übung etwas anspruchsvoller zu gestalten, kann das obere Bein nach oben abgespreizt werden. Wie lange die einzelnen Positionen gehalten werden sollten, hängt sehr stark vom Ausgangsniveau ab (15 – 90 Sekunden).

Alternierendes Bein senken (++)


Ausführung:
Der Gymnastikball wird unter dem Rumpf positioniert und die Arme greifen in einem festen Griff die Sprossenwand, sodass eine stabile Körperlage hergestellt werden kann. In der Ausgangsposition sollte der Winkel in der Hüfte ca. 90° betragen. Die Knie sind möglichst weit durchgestreckt. Zunächst wird das rechte Bein langsam in eine horizontale Position gebracht, dort für eine Sekunde gehalten und dann wieder in die senkrechte Ausgangposition gehoben. Alternierend folgt die gleiche Bewegung mit dem linken Bein. Während der Ausführung ist drauf zu achten, dass die Bauchmuskulatur möglichst gut aktiviert wird, um so die Lendenwirbelsäule in einer möglichst neutralen Position zu halten.
Denkbar ist auch, die Absenkbewegung mit beiden Beinen auszuführen. Diese Variante ist etwas anspruchsvoller und mit einer höheren Belastung der Lendenwirbelsäule verbunden. Sie sollte daher nur von fortgeschrittenen Athleten ausgeführt werden.[3]

Knee Tuck (++)

Ausführung:
In der Liegestützposition werden die Füße mittig auf einem Gymnastikball abgestellt. Rumpf und Hüfte sind gestreckt. Dann werden beide Beine langsam gebeugt, so dass der Ball Richtung Kopf rollt. Im Kniegelenk sollte wenigstens ein Winkel von 90° entstehen. Die Endposition wird zwei Sekunden gehalten und danach der Ball wieder in einer kontrollierten Rückwärtsbewegung in die Ausgangsposition gebracht.

Plate Crunch auf Gymnastikball (++)


Ausführung:
In der Ausgangsposition wird ein Gymnastikball unter dem Rumpf positioniert. Bei aktivierter Bauchmuskulatur wird eine Hantelscheibe mit ausgestreckten Armen senkrecht über den Kopf gehalten. Der Rumpf wird aus einer leicht überstreckten Position langsam durch die Rumpfmuskulatur aufgerichtet und für zwei Sekunden in der Endposition gehalten. Danach wird der Oberkörper wieder langsam in die Ausgangsposition abgesenkt.
Dadurch, dass der Rumpf über die waagerechte Position hinaus gestreckt werden kann, ist der Trainingsreiz höher als bei normalen Crunches auf dem Boden (größere Bewegungsamplitude). Außerdem wird durch den Ball eine gewisse Instabilität erzeugt, wodurch letztlich die Bauchmuskulatur ebenfalls verstärkt beansprucht wird.[4]

Side-Crunch auf Gymnastikball (++)

Ausführung:
Bei seitlicher Beckenlage auf dem Gymnastikball werden die Füße an der Sprossenwand (o.ä.) fixiert, so dass eine stabile Ausgangsposition geschaffen werden kann. Die Hände befinden sich seitlich am Kopf. Aus der Ausgansposition wird der Oberkörper seitlich langsam angehoben und im Endpunkt für ein bis zwei Sekunden gehalten. Danach wird der Rumpf wieder kontrolliert abgesenkt.

Unterarmstütz statisch/dynamisch (+++)

Ausführung:
Die Unterarme werden parallel-offen auf einem Gymnastikball platziert, wobei sich die Ellenbogen unterhalb der Schultern befinden. Um eine möglichst gerade Körperhaltung zu gewährleisten bietet es sich an die Füße auf einer Erhöhung abzustellen. Bei aktivierter Bauchmuskulatur sollte der Körper möglichst eine Linie bilden. Ziel der Übung ist es die Ausgangsposition möglichst lange aufrechtzuerhalten (statische Ausführung).
Falls für die Ausführung auf dem Ball die nötige Körperspannung fehlt, kann die Übung zunächst auf einem festen Untergrund ausgeführt werden.
Um das Ganze etwas anspruchsvoller zu gestalten kann der Ball mit den Unterarmen langsam nach vorne und hinten bewegt werden, so wird die Bauchmuskulatur verstärkt beansprucht.[5]

Vierfüßlerstand (+++)


Ausführung:
Der Gymnastikball wird mittig unter dem Becken platziert, so dass mit Händen und Füßen Kontakt zum Boden gehalten werden kann. Dann wird der linke Arm angehoben, bis er etwa parallel zum Boden verläuft. Auch das gegenüberliegende Bein (hier rechts) wird vom Boden gelöst und etwas weiter als horizontal angehoben. Die Endstellung wird etwa zwei Sekunden gehalten, bis beide Extremitäten wieder langsam und kontrolliert abgesenkt werden. Danach folgt rechter Arm und linkes Bein. Beim Wechsel von der einen zur anderen Seite ist darauf zu achten, dass der Rumpf möglichst wenig bewegt wird. Dieser sollte aktiviert auf dem Ball fixiert werden.

Good Mornings (+++) 


Ausführung:
Die Langhantel wird deutlich breiter als schulterbreit aufgenommen und im Nacken abgelegt. Beim Absenken des Gewichts wird die Rumpfmuskulatur angespannt und der untere Rücken bleibt gerade. (Ein Rundrücken sollte vermieden werden.) Der Oberkörper wird, während dem Einatmen, durch eine Beugung im Hüftgelenk in eine waagerechte Position gebracht. Der Blick ist stets nach vorne gerichtet. Nach Erreichen der Endposition wird der Oberkörper wieder langsam und kontrolliert aufgerichtet. Hierbei sollte ausgeatmet werden.





[1] vgl. Wirth 2012, S. 106
[2] vgl. Wirth 2012, S. 103
[3] vgl. Wirth 2012, S. 109
[4] vgl. Wirth 2012, S. 104
[5] vgl. Wirth 2012, S. 112