Muskelkater

Beim Muskelkater kommt es zu „kleinsten Verletzungen (Mikrotraumen) muskulärer Substrukturen“[1], welche die Vorstufe einer Muskelzerrung oder sogar eines Muskelrisses sein können. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Entstehung von Muskelkater mit der Bildung von Milchsäure (Übersäuerung) zusammenhinge. Neuere Studien haben diese Hypothese jedoch widerlegt.[2] Unter allen Umständen ist von einem weiteren intensiven Krafttraining abzusehen. Zu empfehlen ist ein Erholungstraining wie moderates Joggen kombiniert mit durchblutungsfördernden Maßnahmen, wie beispielsweise Saunagängen oder einem Wannenbad.[3] Auch die weit verbreitete Meinung, dass Dehnen einem Muskelkater vorbeugt bzw. bei der Regeneration förderlich ist, wird heute nicht mehr vertreten. Andreas Klose Sportphysiotherapeut und Lehrbeauftragter an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster rät dazu, die verletzte Muskulatur erst nach fünf bis sieben Tagen zu dehnen. Eine zu frühe Dehnung wirke eher kontraproduktiv auf den Regenerationsprozess. Auch auf Massagen der betroffenen Körperregionen sollte verzichtet werden, da der Muskelkater an sich schon für eine optimale Durchblutung sorgt. Ein positiver Effekt von Proteinshakes o.ä. Nahrungssupplementen konnte bisweilen ebenfalls nicht nachgewiesen werden.[4]
Anfänger sowie Personen die längere Zeit ihr Krafttraining pausiert haben sollten zunächst mit einem 2 – 4 wöchigen Anpassungstraining beginnen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Belastungsintensität sehr gering gewählt wird. Hierdurch werden Überbelastungen vermieden und der Trainierende lernt die Übungen und Geräte besser kennen. Außerdem dient die Gewöhnungsphase dazu Muskelkater vorzubeugen.[5] Prinzipiell ist ein Muskelkater nichts Negatives, da durch eine Überbeanspruchung ein Reparaturprozess in Gang gesetzt wird, wodurch die Muskeln ein höheres Niveau erreichen. Letztlich wird durch ein wiederholtes Training nach einiger Zeit kein Muskelkater mehr bei den trainierten Muskelgruppen auftreten.[6] Oftmals wird jedoch ein Muskelkater von den Trainierenden unterschätzt und die Regenerationsphase zu kurz gewählt.




[1] Weineck 2010, S. 531
[2] vgl. Zielinski 2003, S. 1. Verfügbar unter: http://user.phil-fak.uni-duesseldorf.de/~wastl/Wastl/Training/Muskelkater_Lea_.PDF
[3] vgl. Weineck 2010, S. 531 f
[4] vgl. Klose 2011. Verfügbar unter: http://www.zeit.de/sport/2011-09/interview-klose-muskelkater/seite-2
[5] vgl. Boeckh-Behrens und Buskies 1997, S. 42 f
[6] vgl. Klose 2011. Verfügbar unter: http://www.zeit.de/sport/2011-09/interview-klose-muskelkater/seite-1